Entwicklungsstottern

Logopädie einfach erklärt. Das Lexikon von Bona Lingua

Als Entwicklungsstottern bezeichnet man die Form des Stotterns, die im Kindesalter während der Sprachentwicklung entsteht – meist zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr. Es ist die mit Abstand häufigste Form der Redeflussstörung und tritt auf, während ein Kind seine sprachlichen Fähigkeiten ausbaut. Davon abzugrenzen ist das seltene erworbene Stottern, das erst im Erwachsenenalter etwa nach einer neurologischen Erkrankung auftritt.

Typisch sind Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern, Dehnungen von Lauten sowie Blockaden, bei denen das Kind ins Stocken gerät. In dieser Phase ist der Drang zu sprechen oft größer als die noch reifende Fähigkeit, Sprache flüssig zu planen und zu produzieren. Nicht jede Unflüssigkeit ist dabei behandlungsbedürftig: Viele Kinder durchlaufen vorübergehende Sprechunflüssigkeiten, die sich von selbst wieder verlieren.

Verfestigt sich das Stottern jedoch über mehrere Monate, nimmt zu oder treten Begleitsymptome wie Anspannung, Mitbewegungen oder Sprechangst hinzu, ist eine frühzeitige logopädische Abklärung sinnvoll. Je früher das Entwicklungsstottern erkannt wird, desto günstiger ist in der Regel der Verlauf.

Bedeutung für die Logopädie

In der Logopädie steht zunächst die genaue Abklärung im Vordergrund: Es wird unterschieden, ob es sich um unauffällige Sprechunflüssigkeiten oder um beginnendes Stottern handelt. Bei jüngeren Kindern setzt die Therapie häufig indirekt an – über die Beratung und Anleitung der Eltern, um dem Kind einen entspannten Sprechalltag zu ermöglichen. Bei älteren Kindern kommen direkte Übungen zum flüssigeren Sprechen hinzu. Ziel ist es, den Redefluss zu unterstützen und die Freude am Sprechen zu erhalten.

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An dem Eintrag zu Entwicklungsstottern hat mitgewirkt

Raphaela Steinbrügge

Logopädin, Inhaberin

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