Hausbesuche

Ob bei Ihnen ein Hausbesuch möglich ist, entscheidet die verordnende Praxis, und woran sie das festmacht steht mit der Liste aller Stadtteile, in denen wir fahren, auf Hausbesuche. Hier geht es um das, was danach kommt: was die Kasse übernimmt und was von Ihrem Geld, wie eine Behandlung am Küchentisch oder im Pflegezimmer wirklich abläuft, was dafür bereitstehen sollte, was im Heim anders ist als in der Wohnung, und in welchen Fällen wir von einem Hausbesuch eher abraten.

Was ein Hausbesuch kostet

Eine Behandlung zu Hause ist dieselbe Kassenleistung wie eine Behandlung in der Praxis, nur mit einem Vermerk mehr auf dem Rezept. Die Pauschale für den Besuch und die gefahrene Strecke gehen in die Abrechnung mit Ihrer Krankenkasse ein.

Ihr Eigenanteil errechnet sich daraus wie bei jedem anderen Rezept: Wer über achtzehn und gesetzlich versichert ist, trägt zehn Prozent der Behandlungskosten und einmal zehn Euro für das Blatt. Weil die Hausbesuchspositionen mit in diese Summe gehen, liegt der Betrag ein paar Euro über dem eines Praxistermins. Bei Kindern und Jugendlichen entfällt er ganz. Wer die jährliche Belastungsgrenze erreicht hat, legt uns die Befreiungsbescheinigung der Kasse vor und zahlt nichts.

Wer privat versichert ist oder selbst zahlt, bekommt die Anfahrt vorab als eigene Position aufgeschlüsselt und kann sie mit der eigenen Versicherung abgleichen, bevor der erste Termin steht. Was eine Einheit regulär kostet und was zehn Termine zusammen ergeben, ist unter Logopädie erhalten aufgeschrieben.

Für Sprit oder Parkgebühren bekommen Sie von uns keine gesonderte Rechnung. Wenn in Ihrer Straße nur Anwohnerparken gilt, sagen Sie es uns vorher, dann planen wir die Zeit für den Weg vom Parkplatz ein.

Wie eine Stunde bei Ihnen zu Hause abläuft

Wir bringen mit, was gebraucht wird, meist in einer Tasche: Spiegel, Karten, Übungsmaterial, Unterlagen. Sie müssen nichts besorgen und nichts vorbereiten, was Geld kostet.

Was wirklich hilft, sind ein Tisch und zwei Stühle mit gerader Sitzfläche statt der Couch, Licht aus dem Fenster oder von der Lampe auf das Gesicht, ein ausgeschalteter Fernseher, der Hund in einem anderen Zimmer, und alles am Körper, was sonst auch dazugehört: Brille, Hörgerät, Zahnersatz. Bei Schluckübungen brauchen wir etwas zu trinken und je nach Ziel eine kleine Portion von etwas, das gern gegessen wird.

Der häufigste Satz beim ersten Hausbesuch ist eine Entschuldigung dafür, dass nicht aufgeräumt sei. Das interessiert uns nicht, und wir merken es uns auch nicht.

Angehörige dürfen dabei sein, und bei einer Dysphagie oder einer Aphasie sind sie oft der nützlichste Teil der Stunde, weil sie die Nahrungsumstellung oder die Gesprächsregeln danach jeden Tag mittragen. Es gibt aber auch Übungen, die mit Publikum schlechter gelingen. Dann bitten wir freundlich um zwanzig Minuten allein, und das ist kein Misstrauen gegen die Familie.

Behandelt wird in der Regel fünfundvierzig Minuten, und die Fahrzeit gehört uns, nicht Ihnen. Bei Kindern ist das eigene Zimmer beides zugleich, Vorteil und Hindernis: Das Spielzeug ist vertraut, es ist aber auch alles gleichzeitig da. Deshalb räumen wir am Anfang gemeinsam eine Ecke frei und legen fest, was während der Stunde liegen bleibt.

Im Pflegeheim und im betreuten Wohnen

Im Heim melden wir uns bei der Pflege an, und die halbe Wirkung einer Behandlung hängt an diesem kurzen Gespräch. Was wir zur Kostform, zum Andicken von Getränken oder zur Sitzposition beim Essen empfehlen, muss bei allen Schichten ankommen, sonst hält es nicht bis zum nächsten Termin. Wir schreiben es deshalb auf und legen es dort ab, wo die Pflege es findet.

Termine bei Schluckstörungen legen wir bewusst auf Frühstück oder Mittagessen. Eine Mahlzeit im echten Ablauf zeigt in zehn Minuten mehr als jede Übung am Nachmittag, und die Kolleginnen aus der Pflege sind dann ohnehin im Zimmer. Näheres zum Störungsbild bei Erwachsenen steht unter Schluckstörung / Dysphagie.

Verordnet wird im Heim meist von der Hausarztpraxis, die dort ohnehin visitiert. Bei Bewohnern mit einer schweren Bewusstseinsstörung läuft die Behandlung anders und langsamer, das ist unter Wachkoma bei Erwachsenen beschrieben.

Bei Parkinson ist die Frage nach dem Hausbesuch fast immer eine Frage nach der Stimme, und das wirksamste Programm dagegen läuft vier Wochen lang an vier Tagen pro Woche. So dicht lässt sich ein Hausbesuchsplan kaum bauen, weshalb wir bei mobilen Patientinnen und Patienten für diese vier Wochen den Weg in die Praxis vorschlagen und danach zu Hause weitermachen. Wer damit arbeitet, steht auf der LSVT Therapeutenliste, das Störungsbild unter Parkinson.

Wer bei uns zu Ihnen nach Hause fährt

Rund dreißig Kolleginnen und Kollegen aus unseren Häusern fahren Hausbesuche, und wer zu Ihnen kommt, entscheidet vor allem die Entfernung: Sie bekommen jemanden aus dem Haus, das Ihrer Adresse am nächsten liegt, und welches das ist, lässt sich an den Adressen unter Ihre Praxen für Logopädie in Hannover ablesen. Es folgen die Namen mit Standort und Schwerpunkten.

Wann wir davon abraten

Eine Wohnung ist lauter, voller und ablenkender als ein Behandlungsraum. Bei einem Kind mit schwerer Behinderung wiegt der vertraute Ort das auf, bei einer erwachsenen Patientin, die noch dreihundert Meter zum Bus gehen kann, meistens nicht.

Der Weg in die Praxis ist für viele nach einem Schlaganfall Teil der Behandlung: Er strukturiert den Tag, er trainiert Gehen und Orientierung, und im Wartezimmer sitzen andere Menschen, mit denen gesprochen werden muss. Wer diesen Weg schafft, gewinnt mehr, als er durch die Bequemlichkeit verliert. Was nach einem Schlaganfall sonst zu klären ist, steht unter Therapie nach Schlaganfall.

Abgeraten haben wir außerdem in Fällen, in denen der eigentliche Grund die Terminplanung der Familie war, und in Fällen, in denen ein Gerät gebraucht wird, das in der Praxis steht. Das sagen wir dann offen, statt eine Verordnung zu füllen, die niemandem hilft.

Bleibt es dabei, dass der Weg das Problem ist, gibt es einen dritten Weg. Eine Videostunde ersetzt den Hausbesuch nicht, sie löst aber ein anderes Problem, nämlich das der Frequenz: Zweimal Video in der Woche plus alle zwei Wochen ein Besuch vor Ort ist ein Plan, der bei uns häufig läuft. Wofür das trägt und wofür nicht, steht unter Online- und Teletherapie.

Warum Hausbesuchstermine knapp sind

Ein Hausbesuch kostet uns fünfundvierzig Minuten Behandlung plus Hin- und Rückweg. Deshalb hat jedes Haus davon nur wenige pro Woche, und sie liegen in festen Fenstern, damit mehrere Adressen auf einer Route zusammenkommen. Wer bei Wochentag und Uhrzeit beweglich ist, ist deutlich schneller dran als jemand, der auf Dienstag um zehn besteht.

Fällt ein Termin bei Ihnen aus, sagen Sie ihn möglichst am Vortag ab. Eine leere Praxisstunde können wir kurzfristig neu belegen, eine Fahrt quer durch die Stadt nicht.

Zurück in die Praxis geht es jederzeit. Wenn Ihre Mutter nach der Reha wieder herkommen kann, braucht es dafür lediglich die nächste Verordnung ohne den Vermerk, und wir sagen der verordnenden Praxis, was uns aus den Hausbesuchen dazu aufgefallen ist. Der umgekehrte Weg steht Ihnen genauso offen, etwa nach einer Operation.

Anfrage und erster Termin

Rufen Sie an, bevor Sie das Rezept haben, denn ob ein Hausbesuch verordnungsfähig ist und ob wir in Ihre Straße fahren, lässt sich in fünf Minuten am Telefon klären: In der Anmeldung erreichen Sie uns unter 0511 65580773, schriftlich läuft es über anmeldung@bona-lingua.de, und wir halten auf Wunsch selbst Rücksprache mit der Arztpraxis oder der Kasse, wenn die Formulierung auf dem Rezept unklar ist.

Halten Sie für das Gespräch bitte die vollständige Adresse mit Etage und Name am Klingelschild bereit, dazu die Auskunft, ob es einen Aufzug gibt und wer die Tür öffnet. Nützlich ist außerdem eine Handynummer, unter der jemand erreichbar ist, falls niemand aufmacht, und bei Pflegediensten die Zeiten, in denen sie da sind. Das klingt kleinlich und spart am Ende die Fahrt, die sonst umsonst war.

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