Verbale Ent­wick­lungs­dys­praxie (VED)

Was ist eine verbale Entwicklungsdyspraxie? (kurz genannt VED Therapie)

Definition

Eine verbale Entwicklungsdyspraxie (VED) bezeichnet eine angeborene Störung des Sprechens bei Kindern. Insbesondere die Sprechbewegungsplanung und -programmierung ist gestört. Das Kind kennt die Wörter, hat keine Probleme mit dem Sprachverständnis, kann jedoch das Sprechen nicht planen und ausführen. Das Ausmaß einer VED kann von einer leichten Form der dyspraktischen Komponente, die auch ein Teil einer anderen Sprach- oder Sprechstörung sein kann, bis hin zu einer schweren Dyspraxie reichen.
Durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die VED im ICD-10 Katalog unter F80.0, F80.9 oder R48.2 gelistet.

Symptome

  • Vollständig unverständliches Sprechen oder Lautieren/ Vokalsprache
  • Suchbewegungen
  • Die Aussprache von Wörtern kann sich unterscheiden, mal werden sie verschieden falsch und mal richtig ausgesprochen (Kindergarten, Tindadaten, Kingagaten…). Dies nennt man inkonsequente Fehler.
  • Verlust von bereits erworbenen Wörtern
  • Mehr Fehler beim Sprechen von Sätzen als bei Wörtern oder Lauten
  • Auffälligkeiten und Koordinationsschwierigkeiten in der mimischen Bewegung, bei abwechselnden Bewegungen des Gesichtes oder in der Mundmotorik
  • Nachsprechen ist häufig besser, als selbst sprechen
  • Hohes Störungsbewusstsein bei gleichzeitig hoher Sprechfreude (das Kind will sich mitteilen, kann es aber nicht)
  • Störung der Aussprache der Vokale
  • Heisere/kratzige/brüchige Stimme (je nachdem, was bei der VED zutrifft)
  • Redeflussstörungen/ Sprechunflüssigkeiten
  • Reduzierter Satzbau und Grammatik
  • Auffälligkeiten in der Grob- und Feinmotorik
  • Therapieresistenz gegenüber klassischen Therapien
  • Probleme bei der Nahrungsaufnahme (Fütterstörung) oder der Mundhygiene (Zähneputzen)

Ursachen

Die Ursachen der VED sind bislang noch ungeklärt. Es besteht jedoch die Vermutung/der Verdacht/die Möglichkeit, dass es sich um eine genetische Disposition oder auch um eine Stoffwechselstörung als Ursache handeln könnte.

Therapie

Schwerpunkt der Therapie ist das Verbinden von Lauten mit einer Lautgeste, einer Farbe, einem Assoziationsbild (z.B. /m/ -> mmmmm- ist das lecker), dem Buchstaben und dem Mundbild. In der Therapie werden diese Hilfen und Assoziationen immer wieder mit dem Laut verknüpft und abgerufen. Des Weiteren wird das motorische Muster besser gespeichert und geplant. Dies geschieht zunächst mit einzelnen Lauten, dann mit Lautverbindungen, bis hin zu Silben und Wörtern. Die Anzahl der Wiederholungen der Übungen sollte möglichst hoch sein, um die Bewegungen beim Sprechen im Gehirn zu speichern. Aufgrund dessen ist die Mitarbeit der Familie gefragt und die Einbeziehung in die Therapie sehr wichtig.
Diese Therapieform unterscheidet sich grundlegend zu der von Sprachentwicklungsstörungen. Sie sollte daher unbedingt von einem Therapeuten durchgeführt werden, der diese Therapiemethodik anwenden kann.

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