Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und myofunktionellen Störungen

Logopädische Therapie für Erwachsene

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung, wie z.B. Patient/Innen, verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter.

Neben unseren jungen Patienten, die bei uns eine logopädische Behandlung erhalten, zählen auch erwachsene Patienten zu unserer Klientel.

Hierbei sind Art und Umfang der Störungen ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Behandlung.

Welche Störungen können im Erwachsenenalter auftreten?

Alle Störungen die das Sprechen, die Sprache oder das Schlucken betreffen, stellen für unsere Patienten eine enorme Belastung dar.

Auch Einschränkungen des Hörens, oder dessen Verarbeitung, schränken Menschen im privaten und beruflichen Umfeld deutlich ein.

Die häufigste Ursache neurologisch bedingter Störungen sind Schlaganfälle. Hierbei erleidet das Gehirn durch Sauerstoffmangel eine Schädigung, indem wichtige Blutgefäße verstopfen, oder durch eine Einblutung nicht mehr ausreichend versorgt werden.

Bei einer Sprachstörung (Aphasie) sind die Betroffen oft nicht in der Lage, Sprache zu verstehen, oder zu Sprechen. Auch Lesen und Schreiben können betroffen sein. Weitere Informationen und Therapieansätze zu diesem Störungsbild finden sie hier.

Menschen, die unter einer Sprechstörung (Dysarthrie) leiden, ist die Aussprache oftmals sehr eingeschränkt. Hier können auch andere Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Tumoroperationen ursächlich sein. Weitere Informationen und Therapieansätze zu diesem Störungsbild finden sie hier.

Ein weiteres – oft neurologisches Symptom – ist eine Schluckstörung (Dysphagie), bei der die betroffenen Personen nur eingeschränkt oder gar nicht in der Lage sind Nahrung und Flüssigkeiten oral (über den Mund) zu sich zu nehmen. In äußerst schweren Fällen kann es sogar zu einer Nahrungsversorgung durch eine Magensonde kommen.

Diese Beeinträchtigung stellt für diese Personen oft eine enorme körperliche, aber auch psychische Belastung dar, denn jede noch so kleine Mahlzeit wird dann zu einer Herausforderung und hat nicht selten auch soziale Folgen: Gemeinsame Mahlzeiten, ob in der Familie oder in der Öffentlichkeit werden oft vermieden. Weitere Informationen und Therapieansätze zu diesem Störungsbild finden sie hier.

Bei einer Störung des Hörens, oder dessen Verarbeitung sind viele Patienten oft verunsichert, denn meist sind es die kleinen, alltäglichen Dinge, die auffallen. Beispielsweise werden Gespräche in einer geräuschvollen Umgebung anstrengend, viele Dinge auf einmal merken wird schwierig, oder es sind bestimmte Töne, die nicht gehört werden.

Dieses können Anzeichen für eine Hörstörung, oder eine Hörverarbeitungsstörung sein. Hier ist dann zunächst eine genaue Diagnose durch einen Hals-, Nasen-, Ohrenarzt zu stellen, der dann die weiteren Maßnahmen festlegt.

Auch die frühe Versorgung mit einem Cochlea-Implantat kann eine Indikation für eine logopädische Therapie sein. Hier können über bestimmte Übungen Hörergebnisse verbessert, und der Umgang mit diesem Hilfsmittel erleichtert werden. Weitere Informationen und Therapieansätze zu diesem Störungsbild finden sie hier.

Personen, die ihre Stimme in ihrem Alltag häufig stärker belasten müssen, tragen ein erhöhtes Risiko von einer Stimmstörung betroffen zu sein. Insbesondere Risikogruppen wie Lehrer, oder Mitarbeiter in einem Callcenter sind häufiger betroffen, als andere Berufsgruppen.

Häufige Heiserkeit, eine brüchige Stimme, oder fehlende stimmliche Belastbarkeit sind nur einige Symptome, die auf eine funktionelle Stimmstörung schließen lassen.

Bei einer organischen Stimmstörung ist die Stimme nach einem Eingriff durch eine Operation, oder durch eine Fehlbildung nachhaltig geschädigt. Auch hier sind Heiserkeit, eine brüchige Stimme, oder fehlende stimmliche Belastbarkeit bis hin zum vollständigen Verlust der Stimme (Aphonie) mögliche Symptome. Weitere Informationen und Therapieansätze zu diesem Störungsbild finden sie hier.

Bei einer Redeflussstörung wie dem Stottern, oder Poltern ist es den betroffenen Personen oft nicht möglich Silben, Wörter oder Satzteile flüssig auszusprechen. Oft werden Teile wiederholt, oder es treten Blockaden auf, die das flüssige Weitersprechen verhindern. Mit speziellen Behandlungsmethoden werden die Patienten sensibilisiert und der Umgang mit dem Stottern wird erleichtert. Mit alltagsnahen Übungen können das Selbstbewusstsein gestärkt und Blockaden gelöst werden. Weitere Informationen und Therapieansätze zu diesem Störungsbild finden sie hier.

Welche Behandlungsmethoden finden bei einzelnen Störungsbilder in der Logopädie für Erwachsene ihre Anwendung?

Bei der Aphasie können nach einer eingehenden standardisierten Diagnostik – meist mit dem Aachener-Aphasie-Test (AAT), oder der Aphasie-Check-Liste (ACL) – sehr viele Behandlungsmethoden angewendet werden.

Je nach Umfang der Störung werden Übungen zur Wortfindung, oder des Wortabrufs durchgeführt; auch Übungen zum Lesen und Schreiben helfen dem Patienten die „verlorene“ Sprache wiederzugewinnen.

Die Dysarthrie kann mit vielen unterschiedlichen Methoden behandelt werden. Hier ist die Diagnostik zunächst sehr wichtig. Sie gibt Aufschluss, welche Hauptursache für die Ausprägung der Störung verantwortlich ist. Bei stark eingeschränkter Bewegung der Gesichtsmuskulatur, stehen hier Kräftigungsübungen im Vordergrund. Sind eher stimmliche Aspekte, oder die Atmung ursächlich, sollte daran zuerst gearbeitet werden. Übungen zur Atemvertiefung, Koordination der Atmung und Übungen zur Erarbeitung einer gesunden Stimmgebung, sind ein Auszug aus der Vielzahl an Möglichkeiten.

Nur die individuelle Betrachtung der einzelnen Behandlungsschwerpunkte können zu einer erfolgreichen Therapie dieser Artikulationsstörung führen.

Bei der Behandlung der Dysphagie müssen direkt zu Beginn der Therapie viele wichtige Aspekte beachtet werden. An erster Stelle steht hier immer die Sicherstellung der Atmung unter der Nahrungsaufnahme. Kann ein Patient keine, oder nur sehr eingeschränkt Nahrung zu sich nehmen, ohne sich dabei zu verschlucken, müssen durch einen Arzt die notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden, wie etwa die Verordnung spezieller Trinknahrung, oder die Versorgung mit einer Magensonde.

Im Verlauf der Diagnostik wird das Schlucken von unterschiedlichen Konsistenzen beobachtet. Dazu zählen feste Nahrung, wie Brot, oder Fleisch, breiige Kost, wie Pürees oder Pudding und Flüssigkeiten wie, Wasser oder Saft. Insbesondere sehr feste oder sehr flüssige Nahrung stellen bei den meisten Patienten die größte Herausforderung dar.

Im Verlauf der Behandlung werden Übungen zur Kräftigung aller am Schluckvorgang beteiligten Muskeln durchgeführt, um das Schlucken zu verbessern.

Ist der Schluckvorgang nur leicht gestört, oder soweit wiederhergestellt, dass eine oder mehrere Konsistenzen geschluckt werden können, werden gemeinsam mit dem Patienten Strategien erarbeitet, die durch eine Veränderung der Haltung des Körpers den natürlichen Schluckvorgang unterstützten und die Nahrungsaufnahme erleichtern können.

Das Störungsbild der Dysphagie ist sehr komplex und greift oftmals unmittelbar tief in medizinische Bereiche ein, sodass hier eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten und anderen therapeutischen Disziplinen zwingend erforderlich ist!

Eine Hörstörung und insbesondere die Hörverarbeitungsstörung kann sowohl im Kindesalter, als auch bei erwachsenen Patienten behandelt werden.

Hierbei werden verschiedene akustische Reize mit unterschiedlichen Medien angeboten. Mit Übungen zur sog. auditiven Merkfähigkeit lernt der Patient in mehreren Schritten, Gehörtes zu verarbeiten und wiedergeben zu können. Auch das Hören im Störschall kann geübt werden, sodass im Verlauf der Therapie Verbesserungen im Alltag erzielt werden können, wie etwa die Aufnahmefähigkeit in Gruppengesprächen.

Die Behandlung von Redeflussstörungen kann mit unterschiedlichen Therapiekonzepten erfolgen, welche einem stufenweisen Aufbau der Anforderungen an den Patienten beinhalten.

Zu Beginn wird der Patient für sein Stottern oder Poltern sensibilisiert, d.h. in kleinschrittigen Therapiephasen werden sprachliche Symptome bewusstgemacht. Im Verlauf wird das Stottern so verändert, dass es in der Sprache „flüssiger“ ist und sich die Sprechqualität verbessert.

Mit alltagsnahen Übungen, wie z.B. das Telefonieren, oder Aufgeben einer Bestellung werden die Therapieinhalte gefestigt und so ein sicheres Auftreten mit dem Symptom des Stotterns erreicht.

Wer kann Logopädie bei Erwachsenen leisten?

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