Fütterstörung

Seit dem Frühjahr 2018 arbeitet Bona Lingua mit der Expertin im Bereich der Fütterstörung, Irmgard Kaulmann, zusammen. Frau Kaulmann ist seit 1998 zertifizierte Bobath-Tutorin und behandelt in ihrer Praxis vor allem Säuglinge und Kleinkinder mit Schluckstörungen.
Durch ihre langjährigen Erfahrungen und internationalen Fortbildungen der Therapiekonzepte nach Castillo Morales, Bobath und Brondo steht sie uns mit Rat und Tat zur Seite und schult das Team von Bona Lingua in Form von regelmäßigen internen Fortbildungen, Schulungen und Fallbesprechungen. So wird sichergestellt, dass wir Ihnen und Ihrem Kind die bestmögliche Behandlung bieten können und Sie gut und sicher versorgt sind.

Symptome

Die Symptome eine Fütterstörung oder der Mund- und Essstörung können sehr vielseitig sein. Die unten stehende Auflistung dient daher als ein erster Überblick:

  • Erbrechen
  • Husten
  • Verschlucken
  • Drooling (Nahrung läuft aus dem Mund)
  • Nasale Penetration (Nahrung gelangt in die Nase)
  • Regurgitation (Nahrung fließt aus der Speiseröhre zurück in den Mundraum )
  • Verweigerung von Nahrung
  • Akzeptanz von nur bestimmter Nahrung/Geschmack/Konsistenz (Picky eater)
  • Picky eater
  • Lungenentzündung (Aspirationspneumonie)
  • Gewichtsabnahme
  • Gewichtszunahme

Ursachen

Auch die Ursachen einer Mund- und Essstörungen können verschieden sein. Auslöser können z.B. sein:

  • Frühgeburt
  • Muskelschwäche
  • Herzschwäche
  • Behinderungen
  • Fehlbildungen
  • schlechte Erfahrungen mit der Nahrungsaufnahme
  • Bewegungsstörungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Sensibilitätsstörungen (Störung der Wahrnehmung)

Was ist der Unterschied zwischen einer Schluckstörung, einer Fütterstörung und einer orofazialen Störung?

Von einer Schluckstörung (Dysphagie) spricht man, wenn eine der Schluckphasen gestört ist und es zum Verschlucken kommt. Dabei kann Nahrung in den Kehlkopf oder in die darunter liegenden Atemwege gelangen. Oft sind dabei die Muskulatur, die Nervenweiterleitung oder die Sensibilität gestört. Die Dysphagie tritt vorwiegend bei Erwachsenen nach z.B. Schlaganfällen auf, kann sich aber auch bei Kindern und Säuglingen zeigen (kindliche Dysphagie). Im Gegensatz dazu kann ein Säugling oder ein Kind mit einer Fütterstörung ungestört Nahrung zu sich nehmen. Jedoch verweigert es bestimmte Konsistenzen (z.B. Flüssigkeiten, stückige oder feste Nahrung) und/oder bestimmte Geschmäcker (das Kind isst z.B. nur süße Nahrung).
Teilweise kann dies damit begründet sein, dass das Kind negative Esserfahrungen gemacht hat oder dass die Sensibilität zu stark ausgeprägt ist (hypersensibel) oder auch einfach fehlt (hyposensibel), sodass die Nahrung nur schlecht oder falsch wahrgenommen werden kann.

Die Fütterstörung ist durch die WHO mit dem ICD-10 Code F98.2 definiert.
Neben diesen beiden Störungsbildern gibt es die Mund- und Essstörung, die bei orofazialen Störungen auftritt. Hier ist die Nahrungsaufnahme aufgrund einer Fehlbildung oder Behinderung erschwert. Fehlhaltungen, Sensibilitätsstörungen oder auch Muskelungleichgewichte können bei orofazialen Störungen zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme oder gar zur Schluckstörung, einer Dysphagie führen. Generell können diese drei Störungsformen einzeln oder auch in Kombination miteinander auftreten.

Definition Fütterstörung

  • keine medizinische Ursache
  • Ursachen: Sensibilitätsstörungen, negative Erfahrung mit Essen gemacht
  • Symptome: Kind verweigert Nahrung, isst vielleicht nur noch ausgewählte Nahrung (picky eater)
  • Probleme bei der Nahrungsaufnahme, die länger als einen Monat anhalten
  • Fütter- oder Essenszeit dauert länger als 45 Minuten
  • die Zeit zwischen den Mahlzeiten beträgt weniger als zwei Stunden

Definition orofaziale Störung/Mund- und Essstörung

  • Fehlbildungen
  • Behinderungen/Syndrome
  • Muskelschwäche
  • Störung der Muskeln, Nerven und Sensibilität

Wann braucht mein Kind Therapie?

Wenn Ihnen Probleme bei der Nahrungsaufnahme Ihres Kindes auffallen, Ihr Kind ca. einen Monat lang nicht richtig isst und/oder trinkt und/oder Ihr Kind alle zwei Stunden oder häufiger isst.
Außerdem, wenn die Nahrungsgabe über eine Sonde erfolgt oder eines der anderen oben genannten Symptome auftritt.

Welche Kosten fallen an?

Kinder und Jugendliche, die unter achtzehn Jahre alt sind und eine Verordnung (Heilmittelverordnung) der gesetzlichen Krankenkasse vom Arzt erhalten, müssen keine Zuzahlung leisten. Selbstverständlich therapieren wir auch privatversicherte Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Gerne bieten wir Ihnen einen kostenlosen Beratungstermin ohne Rezept an.

Wie kann ich einen Termin buchen?

Sie können uns telefonisch unter 0511 65580773, per Mail [email protected], per WhatsApp oder über die Online Termin Buchung einen Termin bei uns vereinbaren.

Hat mein Kind eine Fütterstörung?

Ob ihr Kind eine Fütterstörung hat, können wir in einem ersten Termin zur Befundung oder einem kostenlosen Beratungstermin herausfinden.

Was muss ich zum ersten Termin mitbringen?

U- Heft Ihres Kindes
Vorbefunde (wenn vorhanden)
Heilmittelverordnung (wenn vorhanden)

Brauche ich eine Verordnung?

Gern bieten wir einen kostenlosen Beratungstermin an, bei dem unsere Therapeuten eine Empfehlung erstellen, ob eine Therapie notwendig ist. Wenn Sie bereits eine Verordnung haben, bringen Sie diese direkt mit.

Kann die Therapie zu Hause stattfinden?

Wenn es Ihnen nicht möglich ist in eine unserer Praxen zu kommen, kann der Arzt auf dem Rezept einen Hausbesuch vermerken. Häufig ist gerade bei Säuglingen und Kleinkindern die Therapie in der häuslichen Umgebung entspannter und stressfreier.

Ist die Praxis behindertengerecht und mit dem Rollstuhl erreichbar?

Unsere Praxen in Kleefeld und Bothfeld sind behindertengerecht zu erreichen.

Was ist ein Picky Eater?

Der Begriff Picky Eater stammt aus dem englischen, wobei „Picky" übersetzt „wählerisch" und „eater" „Esser" bedeutet, es meint also einen wählerischen Esser. Kinder mit diesem Symptom wählen nur bestimmte Lebensmittel oder Konsistenzen, die sie zu sich nehmen. Diese können sich jedoch auch immer wieder ändern. Andere Nahrung wird verweigert.

Wie häufig treten Fütterstörungen auf?

Statistisch gesehen wird bei jedem dritten Säugling eine vorübergehende Fütterstörung durch die Eltern beschrieben.
15-25% der Kinder haben bis zum zweiten Lebensjahr eine leichte bis mittelschwere Fütterstörung.
3-10% der Kinder leiden an einer schweren Fütterstörung und 50% der sogenannten Schreibabys haben eine Fütterstörung.

Wichtiger Hinweis

Hat Ihr Kind akute Beschwerden, scheint dehydriert oder stark unterernährt oder untergewichtig zu sein, bedarf es einer ärztlichen Versorgung durch Ihren Hausarzt, Kinderarzt oder in Notfällen im Krankenhaus.

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