Neurologische Erkrankungen

Aphasie Therapie

„Der Schlaganfall hat mir die Sprache verschlagen.“ Hier gibt es, vom Logopäden, Hilfe für Betroffene und Angehörige.

Was ist eine Aphasie?

Aphasie bedeutet wörtlich übersetzt „fehlende Sprache“, dies ist jedoch irreführend, da eine Aphasie keinen kompletten Sprachverlust beinhaltet und die Sprache nicht dauerhaft verloren ist. Viele Menschen mit einer Aphasie sprechen sogar überschießend und unkontrolliert. Bei den meisten Betroffenen führt diese Hirnschädigung zu einem Sprachverlust, hervorgerufen durch Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumata, Tumore oder andere Hirnerkrankungen. Dieser Verlust bzw. diese Einschränkung der Sprache ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, Sprache in gewohnter Weise zu verwenden. Wortfindungsstörungen, Verständnisprobleme, unvollständige Sätze, Wortverwechslungen und vergleichbare Probleme gehören für Menschen mit einer Aphasie zum Alltag. Neben der Beeinträchtigung der Sprache können auch das Verstehen, das Lesen und das Schreiben betroffen sein. Dies hat zur Folge, dass die alltägliche Kommunikation wie das Führen von Gesprächen mit Freunden oder der Familie, das Lesen eines Buches oder der Zeitung, das Schreiben von Briefen und Nachrichten, das Führen von Telefonaten oder das Äußern von Wünschen während des Einkaufens beeinträchtigt sind.

Wie erhalte ich eine ambulante Aphasietherapie?

Die logopädische Behandlung wird in Form einer Heilmittelverordnung von einem Allgemeinmediziner oder einem Facharzt für Neurologie ausgestellt. Der pflichtversicherte Patient erhält zunächst eine Verordnung für das Erstgespräch und 10 Therapieeinheiten. Die Dauer der einzelnen Therapieeinheiten variiert, liegt jedoch zwischen 30 bis 60 Minuten.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, falls der behandelnde Arzt keine weitere Verordnung ausstellt. Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps und Aufgaben für das Üben Zuhause.

Brauchen Sie Unterstützung eine Verordnung zu erhalten, rufen Sie uns gerne an!

Wo findet die ambulante Therapie statt?

Sie können generell die therapeutische Einrichtung frei wählen. Achten Sie darauf, dass die Praxis moderne Verfahren nutzt und Mitarbeiter hat, die sich in diesem Bereich gut auskennen. Sie sollten sich mit dem ausgewählten Logopäden gut verstehen, damit eine harmonische Therapeuten-Patienten-Beziehung gewährleistet ist und Sie sich während der Therapie wohlfühlen. Sie haben immer die Möglichkeit, Ihren Therapeuten zu wechseln. In einer großen Praxis ist dieses häufig auch innerhalb des Teams kein Problem. In einem Gespräch lassen sich  Unstimmigkeiten oder Missverständnisse häufig klären.

Je nachdem, wie mobil Sie sind, kann auf der Heilmittelverordnung ein Hausbesuch oder eine Therapie in der logopädischen Praxis verordnet werden.

Falls Sie unsicher sind und Hilfe brauchen, sprechen Sie uns einfach an!

Wann soll die Behandlung beginnen?

Die logopädische Behandlung beginnt meistens bereits kurz nach dem Schlaganfall (oder einem anderen neurologischen Ereignis), je nach körperlicher und psychischer Belastbarkeit des Patienten.

Innerhalb der ersten sechs Wochen sind meist die größten Fortschritte sichtbar. Seien Sie nicht demotiviert, wenn die Fortschritte im Verlauf etwas langsamer erfolgen. Je nach Art, Ort und Ausmaß des Schlaganfalls werden individuell gute Ergebnisse erzielt. Im Verlauf werden die Spontanrückbildungen weniger und die Fortschritte verlaufen langsamer. Dies ist völlig normal. Umso wichtiger ist es, dass die ambulante Sprachtherapie zeitnah nach Verlassen eines Krankenhauses oder einer Rehabilitationseinrichtung fortgeführt wird. Dies hilft Ihnen und Ihren Angehörigen sich auch wieder an den Alltag zu gewöhnen. Am besten machen Sie bereits vor Verlassen der bisherigen Einrichtung einen Termin in der Praxis.

Was ist das Ziel der Aphasietherapie?

Allgemeines Ziel der Aphasietherapie ist die Rückgewinnung der Kommunikationsfähigkeit. Dies betrifft das Verstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben. Besonders für die Teilhabe am sozialen Leben, also z.B. für Unterhaltungen mit Freunden oder der Familie ist diese Rückgewinnung für die meisten Betroffenen sehr wichtig.

Die Ziele werden mit Ihnen und Ihren Angehörigen gemeinsam festgelegt, um individuelle Bedürfnisse und Fähigkeiten berücksichtigen zu können. Sie sollten realistisch, kleinschrittig und vor allem für Sie von Bedeutung sein.

Je nach Störungsausmaß gelingt nicht in allen Fällen eine völlige Wiederherstellung aller sprachlichen Fähigkeiten. Die Ziele müssen dann dementsprechend angepasst werden. So gilt es auch als Erfolg, wenn der aktuelle Sprachstatus erhalten werden kann, sich also keine Verschlechterung einstellt.

Was sind die Inhalte der Aphasietherapie?

Eine Aphasietherapie sollte stets mit der Anamnese beginnen. Dabei werden sowohl Ihre persönlichen Daten aufgenommen als auch Daten zur Krankheitsgeschichte oder dem sozialen Umfeld erfasst. Sollten Sie die Angaben nicht selbst geben können, kann die Anamnese auch mit einem Angehörigen stattfinden.

Anschließend folgt eine Diagnostik. Diese dient dem Therapeuten zur genauen Bestimmung der Schwierigkeiten und Ressourcen, anhand dessen er notwendige Inhalte der Therapie festlegen kann. Nun legen Sie, der Therapeut und gegebenenfalls Angehörige die Ziele fest, die in der Therapie erreicht werden sollen. Dann kann die eigentliche Therapie beginnen. Es gibt eine Vielzahl von Therapiemethoden und -konzepten, die der Therapeut je nach Störungsbild und Patient auswählt. Die Therapie kann dann u.a. aus ausgewählten Übungen, Rollenspielen, der Umsetzung des Geübten in den Alltag sowie der Angehörigenberatung bestehen. Um festzuhalten, welche Fortschritte und Ziele erreicht wurden, sollten eine Verlaufs- und Abschlussdiagnostik stattfinden.

Aphasie Therapie in Hannover: Unsere Aphasie Therapeuten beraten Sie gerne.

Wie häufig und wie lange sollte die logopädische Therapie stattfinden?

Bei einer logopädischen Therapie bei Aphasie legt der Heilmittelkatalog fest, dass die Therapieeinheit 30, 45 oder 60 Minuten umfasst. Der Arzt entscheidet dabei je nach konkretem Störungsbild und der körperlichen und psychischen Belastbarkeit des Betroffenen, wie viele Minuten er letztendlich verordnet.

Der Heilmittelkatalog regelt außerdem, dass der Arzt bei einer Aphasie im Regelfall bis zu 60 Therapieeinheiten verordnen kann. Bei diesem Regelfall wird davon ausgegangen, dass das Therapieziel im Rahmen der 60 Therapieeinheiten erreicht werden kann.

In der Akutphase hat es sich bewährt, dass die Therapieeinheiten maximal 30 Minuten dauern sollen, da der Patient nicht überfordert werden soll. Um die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers in den ersten Wochen zu unterstützen, wird empfohlen, die Kurztherapien täglich bis mehrmals täglich durchzuführen.

Nach etwa vier bis sechs Wochen tritt bei den Betroffenen eine stabilere Phase ein, die sogenannte postakute Phase. In dieser Phase sind sie körperlich und psychisch belastbarer und die sprachlichen Probleme schwanken nicht mehr so stark wie in der akuten Phase. Zu diesem Zeitpunkt haben sich viele Betroffene bereits soweit erholt, dass sie wieder nach Hause können und  die Therapie in der Praxis fortführen können.

Empfehlenswert ist eine intensive und spezifische Therapie, die je nach Belastbarkeit 45 bis 60 Minuten dauern sollte. Bewährt hat sich eine Intervalltherapie. Dabei wechseln intensive, mehrwöchige Therapiephasen mit mehrwöchigen Therapiepausen ab. In den Therapiepausen von etwa zwölf Wochen prüft man, ob das Wiedergelernte stabil bleibt und in den Alltag übertragen werden kann. Häufige Therapie ist entscheidend für den Therapieerfolg.

Um das sprachliche Leistungsniveau nicht nur aufrechtzuerhalten, sollten die Patienten täglich zusätzliche Sprachübungen selbstständig zu Hause z.B. am Computer durchführen. Das sprachliche Wiedererlernen wird so erheblich unterstützt.

Ebenso förderlich für das sprachliche Lernen ist eine möglichst häufige sprachliche Kommunikation mit Freunden und Bekannten. Für schwer betroffene Menschen mit Aphasie kann das Gespräch in größeren Gruppen zunächst eine Überforderung sein. Aber auch da gilt, dass Sprechen, Lesen und Schreiben zumindest mit einer vertrauten Person die sprachliche Rehabilitation unterstützt.

Sind Sie ein Angehöriger oder Betroffener, der weitere Informationen haben oder eine logopädische Therapie beginnen möchte, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Wir vermitteln Ihnen gerne einen Experten. Das Logopäden- Team von Bona Lingua freut sich auf Sie!

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